Eine Salve der Murauer Bürgergarde | © TVB Murau-Kreischberg | Mediadome

Die Murauer Bürgergarde

Murau ist die einzige Provinzstadt der Steiermark, die noch ihre historische Bürgergarde aufzuweisen hat. Die farbenprächtigen Uniformen stammen aus der neapoleonischen Zeit. Die Murauer Bürgergarde zählt derzeit – einschließlich der Marketenderinnen und des Gardepfarrers – 62 aktive Mitglieder.


Tradition und Brauchtumspflege

Das vorrangige Ziel der Bürgergarde ist es, gute alte Tradition zu pflegen. Die Pflege innerhalb der eigenen Reihen und mit anderen Verbänden ist ein weiterer Zweck dieser Formation. Die Bürgergarde von Murau betreut auch das Heim des Samson beim Friesachertor in Murau, wo sich der Besucher bei einem Schaukasten näher informieren kann. Die Bürgergarde Murau ist gegenwärtig mit überwiegend jungen Gardisten bemüht, in Verbundenheit mit der schönen steirischen Heimat und im Sinne ihrer Vorfahren weiterzuwirken.

 

Zur Geschichte der Bürgergarde

Die Tatsache, dass das heutige Rathaus der Stadt Murau bis 1778 als Bürgerarsenal gedient hatte, beweist, dass es damals bereits eine bewaffnete Bürgergarde gegeben haben muss. 1616 schickte Anna Neumann, die damalige Herrin von Murau, "kriegserfahrene und tapfere Bürger in Gewehr wider das venezianische Kriegsvolk". Im Jahr 1683 wurden 16 Mann der Bürgerwehr auf den Semmering bzw. die Rachauer Alm entsand, weil Gefahr durch die Türken drohte. Aus den Jahren 1676, 1758 und 1774 liegen Rechnungen auf, woraus zu entnehmen ist, dass die Bürgergarde damals ungefähr 100 Mann stark gewesen sein muss.  Ab 1848 war die Bürgergarde ein Bestandteil der Kaiserlichen Nationalgarde. 1852 hörte jedoch diese Tätigkeit auf und die Garde verschwindet aus dem Stadtbild von Murau.

Erst im Jahre 1929 wurde die Bürgergarde durch den damaligen Stadtamtsdirektor Friedrich Zelburg zu neuem Leben erweckt und rückte bis 1938 bei allen patriotischen und kirchlichen Festen aus. Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde die Garde behördlich aufgelöst. Herrn Mag. Ernst Gasteiger ist es vor allem zu verdanken, dass im Herbst 1952 die Wiedergründung festlich begangen werden konnte.