Anna Neumann

Powerfrau und Ahnherrin der Schwarzenbergs

TIPP: Erkunden Sie die Stadt Murau auf eigene Faust mit einem Audio Guide, und lassen Sie sich von Anna Neuman durch die Stadt führen. Audio-Guides erhalten Sie in deutsch, englisch, ungarisch und italienisch im Informationsbüro Murau, Liechtensteinstraße 3-5.

Anna Neumann wurde am 25. November 1535 als Tochter des Kaufmannes Wilhelm Neumann von Wasserleonburg und dessen Gattin Barbara geboren.

Im Alter von 22 Jahren heiratete sie Hans Jakob Freiherrn von Thannhausen und schenkte ihm 2 Töchter - Elisabeth und Barbara. Thannhausen starb schon nach drei Ehejahren.

Nun heiratete Anna 1565 Freiherrn Christof II von Liechtenstein, dessen Geschlecht seit mehrern Jahrhunderten auf Murau saß. Anna erwarb ein großes Vermögen durch den Tod ihrer Familie. Auch die Brüder Liechtenstein verkauften ihre Anteile an Murau an Anna, die sich fortan "Herrin von Murau" nannte. Doch schenkte sie ihrem Mann, der 1580 starb keine Erben

2 Jahre später, 1582, ehelichte sie Freiherrn Ludwig Ungnad von Weissenwolf, einen Führer der protestantischen Partei, der auch Anna aus voller Überzeugung angehörte. Ludwig Ungnad starb bereits 1 Jahr später.

Von 1586 bis zu seinem Tode im Jahre 1610 war sie mit Freiherrn Karl von Teufenbach verheiratet, dessen Stammburg in der Nähe von Murau liegt. Auf Grund ihres ständig zunehmenden Reichtums wurde sie von Übelwollenden als Hexe bezeichnet und das obwohl ihre Untertanen ihre Sparpfennige bei der Herrschaft hinterlegen konnten und dafür Zinsen erhielten. Eine moderne Geschäftsfrau ihrer Zeit!

Kein Wunder also, dass die Siebzigerin wieder einen Freier fand - den dreißigjährigen Grafen Ferdinand von Orttenburg aus dem Hause Salamanca. Diese Ehe dauerte von 1611 bis 1616.

Im Jahre 1617 heiratete sie den Reichsgrafen Georg Ludwig von Schwarzenberg. Mit Donationsurkunde vom 20. Oktober selbigen Jahres übertrug sie ihm die Stadt und die Herrschaft über Murau.

Anna Neumann starb am 18. Dezember 1623 im Alter von 88 Jahren als Protestantin. Aus diesem Grund wurde ihr eine Grabstätte in der Stadtpfarrkirche verwehrt. Der Erzbischof von Salzburg gestattete zwar ein kirchliches Begräbnis, doch erfolgte die Beisetzung des Leichnams in der Elisabethkirche so, dass der Kopf außerhalb der Kirche zu liegen kam. Erst im Jahre 1873 erhielt sie ihre endgültige Ruhestätte in der Kirche des Kapuzinerklosters.

Die Stadt Murau verdankt der "Herrin von Murau" die Neugründung des Bürgerspitales. Weiters regelte sie die Holz- und Weideservitute für die 101 bestehenden Bürgerhäuser sowie die Vermögensverhältnisse der Stadtpfarrkirche.

>>> Hier Erfahren Sie mehr über die Geschichte des Herrschaftsgeschlechts Schwarzenberg in Murau.