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LEONHARDKIRCHE
 
Die Leonhardkirche ist eine Filialkirche der Pfarre Murau. Sie erhebt sich auf einer Anhöhe südlich der Stadt Murau nahe der Burg Grünfels und ist von einer Wehrmauer umgeben. Die Kirche ist ein im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts nach dem Vorbild von St. Leonhard in Tamsweg mit allen baukünstlerischen und werktechnischen Feinheiten gestalteter gotischer Bau aus gelbem Tuffstein. Bereits 1439 ist die an Stelle der ehemaligen Burgkapelle St. Katharina errichtete Kirche als Wallfahrtskirche bekannt.
Der Hl. Leonhard war zu Beginn des 6. Jahrhunderts. Einsiedler und Abt in Limoges in Frankreich. Seine Zelle wurde zum Ziel von Verzweifelten und Ratsuchenden, besonders den Gefangenen hat er Trost zugesprochen und sie in ihrem Glauben bestärkt. Aufgrund seiner guten Beziehungen zum König konnte er vielen die Freiheit schenken, weshalb er sehr oft mit gesprengten Ketten dargestellt wird. Der Hl. Leonhard gilt als Patron der Bauern, der Ställe, des Viehs und der Gefangenen und wird regional auch als Nothelfer angerufen.
Im Innern der Kirche zeigen die runden Schlusssteine des Netzrippengewölbes vegetabile Ornamente, jener des Chorschlusses den Kopf des hl. Leonhard, jener im Langhaus-West-Joch das Meisterzeichen. Chor (Altarraum) und Langhaus weisen gotische Nischen auf. Alle Altäre ruhen auf gotischen Steinmensen. Der Hochaltar aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammt aus der Neumarkter Werkstätte des Christoph Paumgartners. Der Mittelteil wurde 1725 durchbrochen.
Aus dieser Zeit stammt auch die Leonhard-Statue. Weitere Statuen am Hochaltar sind der Hl. Georg, der Hl. Florian und der Hl. Eustachius aus der jüngeren Villacher Werkstatt um 1520. Am Tabernakel ist eine bemerkenswerte Elfenbeingruppe sichtbar, welche die Kreuzigung mit Maria, Johannes und Maria Magdalena darstellt (aus dem Ende des 17. Jahrhunderts) Der rechte Seitenaltar (1645) – eine Widmung des Murauer Hammerherrn Georg Diewaldt - zeigt das Bild des Hl. Georg, der linke neugotische Seitenaltar aus dem 19. Jh. das Bild des Hl. Florian mit Szenen seiner Vita (datiert 1710). Eine Kanzel mit Knorpelwerkornamenten und gemalte gotische Apostelkreuze zieren die Kirche.
Die dreiachsige sternrippenunterwölbte Westempore mit schöner Maßwerkbrüstung ruht auf 8 Eckpfeilern. Darüber ist eine zweite hölzerne Empore aufgesetzt. Ihre Brüstungsfelder zeigen die Wappen der Anna Neumann, vier ihrer sechs Ehegatten, des Rudolf von Liechtenstein sowie des Reichsfürsten Johann Adolf zu Schwarzenberg.      Zur Empore führt ein an der Nordwand halb eingestelltes Treppentürmchen mit Kielbogenportal.
Die zierliche Orgel mit der Bezeichnung 1709 zeigt auf den Flügelinnenseiten David und die Hl. Cäcilia. Erkennbar sind auch Statuen des hl. Sebastian und weiblicher Heilige, sowie der Hl. Josef und die Hl. Anna.
Die Sakristei nördlich des Altarraumes ist netzrippengewölbt.
Die Leonhardkirche wurde außen 1994-1995 und innen im Jahre 2001 unter großen finanziellen Aufwendungen der Pfarre Murau renoviert.  

 

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